In der Hochrenaissance (1450-1527) war der Besitz von unregelmäßig geformten Barockperlen ein Muss. Das Wort Barock leitet sich vom portugiesisch-spanischen „barroco“ her und war ursprünglich ein Adjektiv für eine „raue oder unvollkommene Perlenoberfläche“. Juweliere jener Zeit waren darauf bedacht, diese seltenen Naturperlen in Ihren Designs zu verwenden. Bei der Zucht von Perlen im 20. Jahrhundert wurde die runde Perle zum Symbol für Echtheit. In den 50er-Jahren entdeckten Schmuckdesigner aufs neue den Reiz von künstlichen Barockperlen. Sie verkörperten eine Gegenbewegung zu den etablierten Regeln: rund, perfekt, echt. Diese Perlen variieren leicht in Form und Größe. Ihre Massenproduktion führte zu einer recht „uniformen Ungleichmäßigkeit“. In den letzten Jahren haben einige Designer die besseren, natürlich wirkenden Barockglasperlen wieder entdeckt. Diese Perlen erleben in der Tat ein Comeback!