Meisterin der Schwerelosigkeit

Heft–06

3 Editorial
4 Inhalt
6 Fundstück der Saison
8 News | Termine
10 Laura McCabe: Schmuckspannung
22 3-D-RAW-Kurs
52 Porträt: Dora Schubert
76 Interview: Teresa Meister
80 Wissen: Verschlüsse
84 Perlenladenverzeichnis
88 Leserbriefe
89 Literatur
90 Perlen-Kunst-Messe Anmeldung
96 Eindrücke Bead and Button Show
98 Vorschau/Impressum

26 Anleitungen
26 Armband „To bling or not to bling“
31 Anhänger „RAW“
34 Halskette „Manja“
38 Armband „Rainbow“
40 „Mach was draus“ – Perlensuppe
41 Halskette „Sweet Maple“
43 Kette „Vineyard“
47 Armband „Autumn in the Woods“
51 Halskette „Farfalle“
56 Anhänger „Needles and Pins“
60 Kette „Violett“
64 Kleinteilebox „Rosetta“
68 Set „Autumn Flower“
73 Armband „Dragon Scales“
92 Armband „Diamonds in a Rough“

Grafische Muster fesseln unsere Augen. Die Schmuckstücke der Künstlerin beeindrucken durch ihre räumliche Tiefe.

2474 Flamme: Die Einstellung des Brenners sowie der richtige Abstand dazu – Dora Schubert hat es im Gefühl!

Wir sind bei der in Singapur geborenen „Lampworkerin“ Dora Schubert in Wentorf bei Hamburg. Doras kachelförmigen oder runden Cabochons von Elizabeth Prior, Portland/Maine, in Silber gefasst – haben geordnete, sanft geschwungene Linien und Punkte. Sie scheinen sich ganz leicht zu bewegen, als wären es Seeanemonen, Einzeller wie Geißeltierchen oder auch Bakterien, Quallententakel oder Ähnliches. Sie wirken in keiner Weise steif sondern leicht und elegant. Außerdem entdecken wir runde Glasperlen in kräftigen Kontrasten und stärkeren Linien, die an russische Verzierungsmalereien erinnern. Unsere Augen schweifen in einen tieferen Raum von Glas: Wir sehen Blüten, die im Weltraum oder auch in Wasser zu schweben scheinen. Dann gläserne Geoden*, in die florale Gebilde eingeschlossen sind. Ein Glasuniversum tut sich hier auf!

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Wie war der Weg dahin? Ein Teil der Antwort scheint in Doras Persönlichkeit zu liegen. Sie ist eigen, niemals würde sie etwas machen, nur weil „man es halt so macht“. Sie gibt sich nicht mit oberflächlichen Erklärungen zufrieden. Sie will es genau wissen, hinterfragt, erforscht und arbeitet konzentriert und beharrlich, um etwas zur Vollendung zu bringen. Ein Blick in die Vergangenheit: Doras Vater, der selbst gern Archi­tekt geworden wäre, macht Wirtschaftlichkeitsberech­nungen für Häuser von Architekten. Aus Spaß zeichnet er diese um, entwirft Möbel. Klein Dora schaut zu. In der Schule hat sie kein besonderes Interesse an Kunst, bis sie durch eine Schulfreundin, die sehr gut malen konnte und ihr viele Anregungen gab, quasi ins Zeichnen hineingezogen wurde. Sie geht auf eine private Kunstschule, um ihre Fertigkeiten zu verbessern. Nach der Schule gibt es nur eins: Kunst studieren! Parallel belegt sie Grafikdesign. Hier lernt sie das grafische Handwerk von der Pike auf, alles wird mit der Hand, nicht mit dem Computer, konstruiert!  Sie zeichnet gern mit dem Bleistift Bilder, die an Schwarz-Weiß-Fotos erinnern, zeichnet mit dem Rapidographen.

 

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Sie heiratet einen Deutschen, bekommt zwei Kinder, lebt in Singapur. Die Kunst liegt brach. Und findet über ihre Kinder doch wieder zu ihr. Sie möchte sie nämlich nicht vor dem Fernseher „parken“ und malt mit ihnen, wobei sie für sich selbst wieder spürt: Ja, ich kann das! Als die Kinder 4 bzw. 5 Jahre alt sind, fängt sie an, mit ihnen Ketten aufzuziehen, und bittet ihren Mann, von Geschäftsreisen in Hamburg, Perlen mitzubringen. Irgendwann sah er eine Vorführung, bei der Perlen selbst hergestellt wurden, und erzählt ihr davon. 2002 ziehen sie nach Hamburg und Dora meldet sich