3 Editorial
4 Inhalt
6 Fundstück der Saison
8 News | Termine
10 Laura McCabe: Schmuckspannung
22 3-D-RAW-Kurs
52 Porträt: Dora Schubert
76 Interview: Teresa Meister
80 Wissen: Verschlüsse
84 Perlenladenverzeichnis
88 Leserbriefe
89 Literatur
90 Perlen-Kunst-Messe Anmeldung
96 Eindrücke Bead and Button Show
98 Vorschau/Impressum
26 Anleitungen
26 Armband „To bling or not to bling“
31 Anhänger „RAW“
34 Halskette „Manja“
38 Armband „Rainbow“
40 „Mach was draus“ – Perlensuppe
41 Halskette „Sweet Maple“
43 Kette „Vineyard“
47 Armband „Autumn in the Woods“
51 Halskette „Farfalle“
56 Anhänger „Needles and Pins“
60 Kette „Violett“
64 Kleinteilebox „Rosetta“
68 Set „Autumn Flower“
73 Armband „Dragon Scales“
92 Armband „Diamonds in a Rough“
Laura McCabes Schmuck bewegt, ruft Emotionen hervor, fesselt. Bei aller Schönheit des formalen Aufbaus, der harmonischen Farben – mancher empfindet leichtes Unbehagen beim Anblick einiger ihrer Stücke. Man kennt diese ambivalenten Gefühle von der Betrachtung gewisser Schöpfungswerke, z. B. Insekten, Spinnen und andere. Sie faszinieren uns, weil wir instinktiv den geometrischen Aufbau und die mathematischen Gesetzen zugrunde liegenden, als schön empfundenen Proportionen wahrnehmen. Doch sie können auch Angst oder Ekel hervorrufen ... Fragen wir sie nach ihrem Werdegang und versuchen, uns ihrem Blickwinkel zur Schmuckgestaltung zu nähern.
Laura McCabe kommt aus New England/USA. Beide Elternteile sind Professoren, sie hat eine Schwester. An der Universität kann sie sich nicht für eine Richtung entscheiden, nimmt erst Mal-, dann Philosophiekurse, schließlich wendet sie sich den Themen „Drama“ und „Bühnenkostüme“ zu. Dort hat sie es mit sehr ausgeprägten Persönlichkeiten zu tun, das Studienumfeld ist konfliktgeladen, zu viel „Drama“. Unter den Lehrern ist eine gute Ratgeberin, die Lauras Stärken, nämlich das Nähen und ihr Interesse an Geschichte, zusammenbringt und ihr empfiehlt, sich im Studium auf das konservierende Gebiet zu begeben, das Reparieren und (Wieder-) Herstellen von altertümlichen Kostümen.
An einem solchen von ihrer Uni angebotenen Studiengang nimmt sie teil, doch wird dieser nach 3 Jahren wieder abgeschafft, ohne dass Laura einen Abschluss darin machen kann. Sie fühlt sich verloren. Soll sie noch einmal das Studienfach wechseln? Dann hat sie die Idee, „Beadartist“, Perlenkünstler, zu werden. Seit ihrem 15. Lebensjahr hat Laura immer wieder mit Perlen experimentiert; sie reihte sie auf oder arbeitete mit dem Webrahmen. Durch ihre Studien an historischen Kostümen, besonders der Zeit von 1850 bis 1930, hat sie viel Perlenschmuck gesehen, denn der gehörte in jener Zeit einfach zur Aufmachung. Um die vielen Arten des freien Perlenwebens zu lernen, nimmt sie Unterricht bei Carol Wilcox Wells. „Inzwischen unterrichten wir zusammen – ich kann es kaum glauben“, sagt sie. Als sie die Uni verlässt ist sie der festen Überzeugung, sie müsste Schmuckdesignerin werden. Allerdings verdient sie ihren Lebensunterhalt mit mehreren Jobs im Verkauf von Kleidung und Schmuck und arbeitet in ihrer wenigen Freizeit mit Perlen. Etwa 10 Jahre verbringt sie damit, für sich allein zu lernen, schaut sich nicht an, was andere Perlenschmuck-Designer machen, entwickelt ihren ganz eigenen Stil.
Heute lebt Laura mit ihrem Ehemann Michael in einem 1932 erbauten winzigen Häuschen an der Küste, umgeben von den Gebäuden