Perlen Pionierin

Heft–01

3 Editorial
4 Inhalt
6 Fundstück der Saison
8 News
10 Grand Prix auf Japanisch
19 Wettbewerb:„Poesie der Elemente“
32 Kurs: eine „neue“ alte Technik
35 Das erste Spiralarmband
44 Stich-Kunst
46 Cypher-Space
63 Ihre Meinung ist uns wichtig
74 Inselträume
86
Farbspiel
89
Perlenladenverzeichnis
90
Perlen-Pionierin
94 Vorschau / Impressum

Anleitungen:
23 „Mischen möglich“
24 Armband „Monika“
26 V-Collier „Valerie“
28 Armband „Valerie“
30 Blumenkranz-Anhänger
38 2-Wege-Kette
41 Queen´s Ring
53 Tornado-Ring
56 Margeriten-Armband
60 Barockperlen Halskette „Angelika“
65 Spitzen-Armband
68 Blumenmeer
84 Halskette „Bali“
88 Domenica Element

Perlen Pionierin

Seit den 70ern begeistert sie ganz unterschiedliche Menschen für die Arbeit mit Perlen. Ein Besuch bei …

1999 Katharina Dietrich in ihrem Atelier

Schon am Telefon waren wir so neugierig geworden, dass wir gleich in der Start­ausgabe von Perlen Poesie über sie berichten wollten. „Ein Heft über Perlenkunst – oh, wie schön, das wird auch Zeit! Ich bin übrigens eine Perlenpionierin in Deutschland. Seit 36 Jahren verbreite ich die Lust an der „Perlenverarbeitung“, waren ihre ersten Worte. An einem sonnigen Frühlingsmorgen besuchen wir sie in ihrem Atelier, das zu ihrer Altbauwohnung in Hamburg-Ottensen gehört. Was wir sehen, erinnert an einen orientalischen Basar: hängende Bündel von plissierten farbigen Seidentüchern sowie lange Reihen von offenen weißen Leinensäckchen mit bunten Füllungen. Es werden keine Gewürze, getrocknete Bohnen, Linsen und Ähnliches feilgeboten, sondern – Sie ahnen es – kleine Perlen in den schönsten Farbschattierungen.

2001 Hier zeigt Katharina auf besondere, blaue Perlen von Indianern. Sie hütet viele alte Perlenschätze.

Katharina Dietrich ist eine Per­len­künstlerin und „Perlenpäda­gogin mit Sendungsbewusstsein“. Sie gibt Kurse für Männer, Frauen und Kinder – in Hamburg und Paris. Sie sagt: „Perlen sind so sanft und sie stoßen so viel Sanftes im Menschen an. Mit Perlen kann man unendlich schöpferisch sein. Man fängt mit einer Perle an – wie mit einer Zelle – und dann ist kein Limit gesetzt, auch kein Zeitlimit.“ Fragt  man, wie lange sie braucht, bis ein Stück fertig sei, sagt sie: „Ein ganzes Leben und ein paar Stunden. Die Erfahrungen meines bisherigen Lebens gehören unbedingt dazu. Wenn ich anfange, die Stunden zu zählen, macht es keinen Spaß mehr.“ Es geht Katharina  hauptsächlich darum, dem Menschen etwas Schönes mitzugeben. Er soll in Harmonie kommen, sich entspannen, sich auch vernetzen und austauschen. Und sie sagt, es sei interessant, Menschen an Perlen heranzuführen. An den Farben, die sie aussuchen, könne sie erkennen, welche Temperamente sie haben. Am liebsten würde sie ein Buch darüber schreiben, so aufschlussreich sei es.

 

„Macht mehr mit Perlen, so werden auch mehr Perlen gemacht!“

Wie kam Katharina zu den Perlen? Es begann, als sie nach ihrem Kunst-Studium 1972 von Berlin nach Hamburg zog, wo sie sich als Kunstpädagogin im frisch gegründeten Kulturzentrum „Fabrik“ im Stadtteil Ottensen vorstellte. Ziel der Fabrik war es, den großen offenen Raum dort mit jeder Art von Kreativität zu füllen – und zwar durch alle, die mitmachen wollten. Katharina berichtet: „Vor allem die Kinder kamen immer wieder, darunter viele, die man als Rocker oder als wilde Horde bezeichnen würde. Machen Sie mit denen mal Kunst und Kultur! Ich erinnerte mich, dass ich aus Marokko einige Gläser voll